Kurz gesagt

Das BAFA-Programm „Digital Jetzt" ist seit August 2022 ausgelaufen. Aktuell verfügbar: KfW ERP-Digitalisierungskredit (Darlehen, günstige Konditionen), Länderprogramme (Bayern Digitalbonus, NRW MID u. a.) sowie die sofortige steuerliche Absetzbarkeit laufender Kosten. Der ROI durch Zeitersparnis übersteigt in den meisten Fällen jede Förderquote.

⚠️ Stand: Juni 2026. Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Prüfen Sie aktuelle Konditionen unter foerderdatenbank.de und sprechen Sie mit Ihrer Hausbank oder Ihrem Steuerberater, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Wer nach „BAFA Förderung KI-Automatisierung 2026" sucht, hofft auf einen Zuschuss, der die Investition in Digitalisierung leichter macht. Die ehrliche Antwort: Das prominenteste Bundesprogramm für genau diesen Zweck — „Digital Jetzt" — ist ausgelaufen. Aber das bedeutet nicht, dass es keine Unterstützung mehr gibt. Es bedeutet nur, dass Sie genauer hinschauen müssen.

Was war „Digital Jetzt" — und warum ist es vorbei?

Das Bundesprogramm „Digital Jetzt — Investitionsförderung für KMU" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) förderte zwischen 2020 und 2022 Investitionen in digitale Technologien mit Zuschüssen von bis zu €50.000. Es war eine direkte Antwort auf COVID-19 und die beschleunigte Notwendigkeit zur Digitalisierung des Mittelstands.

Das Programm endete im August 2022 — die Mittel waren erschöpft, und eine Neuauflage kam nicht. Wer in diesem Zeitraum nicht gefördert wurde, hat diese spezifische Möglichkeit verpasst. Eine vergleichbare direkte Bundeszuschussförderung existiert Stand 2026 nicht.

Ähnliches gilt für „go-digital", das BMWK-Programm für externe Digitalisierungsberatung: Auch dieses Programm ist in seiner ursprünglichen Form ausgelaufen und steht in der bisherigen Form nicht mehr zur Verfügung.

Was es 2026 tatsächlich noch gibt

1. KfW ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (Produkt 380/390)

Der KfW ERP-Digitalisierungskredit ist kein Zuschuss, sondern ein zinsgünstiges Darlehen. Aber er ist zugänglich und relevant für mittlere Digitalisierungsinvestitionen:

  • Für wen: KMU und Mittelstand mit weniger als 500 Mitarbeitern und bis zu €500 Mio. Jahresumsatz
  • Förderhöhe: €25.000 bis €25 Millionen pro Vorhaben
  • Zweck: Investitionen in digitale Infrastruktur, Software, externe Dienstleistungen zur Digitalisierung
  • Konditionen: Deutlich unter Marktkonditionen — aktuell prüfen auf kfw.de (Produkt 380)
  • Antragstellung: Über Ihre Hausbank (nicht direkt bei KfW)
Praxishinweis: Für Automatisierungsprojekte unter €25.000 ist der KfW-Kredit oft bürokratisch unverhältnismäßig. Für größere Projekte (operative KI-Systeme Kategorie B/C, ab €10.000+) kann er sinnvoll sein — besonders wenn Sie sowieso investieren und lediglich den Zinsvorteil mitnehmen möchten.

2. Länderprogramme — je nach Bundesland sehr unterschiedlich

Die relevantesten laufenden Länderprogramme Stand 2026 (Verfügbarkeit und Konditionen ändern sich — prüfen Sie die jeweiligen Landesförderstellen):

  • Bayern — Digitalbonus: Zuschüsse für KMU bis €50.000, Förderquote 30–50%. Investitionen in Software, externe Dienstleistungen, digitale Infrastruktur. Antragstellung über das Bayerische Wirtschaftsministerium / LfA Förderbank Bayern. Achtung: Mittel können unterjährig ausgeschöpft sein.
  • NRW — Mittelstand Innovativ & Digital (MID): Vouchers für externe Digitalisierungsberatung und -umsetzung. Förderquote bis 50%, maximal €10.000 Zuschuss. Antragstellung über Digitalagentur NRW.
  • Baden-Württemberg: Eigene Digitalisierungsförderungen über das Wirtschaftsministerium BW — aktuell auf bw.de prüfen.
  • Sachsen, Thüringen, Brandenburg: EFRE-kofinanzierte Programme mit europäischen Mitteln. Oft höhere Förderquoten, aber mehr Bürokratie. Über SAB, Thüringer Aufbaubank oder ILB anfragen.

Tipp: Die Förderdatenbank des Bundes unter foerderdatenbank.de aggregiert Bundes- und Länderprogramme. Geben Sie „Digitalisierung" + Ihr Bundesland ein — so bekommen Sie eine aktuelle Übersicht ohne Telefonrecherche.

3. Steuerliche Absetzbarkeit — oft unterschätzt

Was viele Unternehmer nicht ausreichend nutzen: Ausgaben für KI-Automatisierung sind Betriebsausgaben — und damit steuerlich wirksam.

  • Monatliche Retainer-Kosten (laufende Betreuung) sind sofort und vollständig als Betriebsausgaben absetzbar — kein Aktivierungsbedarf, keine Abschreibung über mehrere Jahre
  • Setup-Kosten können je nach Abgrenzung als Dienstleistungsaufwand sofort abziehbar oder als immaterielles Wirtschaftsgut aktivierungspflichtig sein — klären Sie das mit Ihrem Steuerberater
  • Effektive Förderquote durch Steuer: Bei einem Körperschaftsteuersatz von ~30% (KSt + GewSt) reduziert sich der tatsächliche Nettoaufwand für eine €5.000 Investition auf ca. €3.500 — ohne Antrag, ohne Bürokratie

Die ehrliche Perspektive: ROI schlägt Förderung

Viele Unternehmer warten mit der Digitalisierung, bis eine Förderung verfügbar ist. Das ist ein teurer Fehler — nicht weil Förderungen nicht wertvoll wären, sondern weil die Opportunitätskosten des Wartens höher sind als die Förderquote.

Rechnen wir konkret: Ein Kategorie-A-Workflow für €2.990 Setup amortisiert sich in einem typischen KMU in 2–4 Monaten durch freigesetzte Kapazität. Wenn Sie 12 Monate auf eine mögliche 30%-Förderung warten (also €897 gespart), haben Sie in dieser Zeit potenziell €15.000–20.000 an Effizienzgewinn liegen gelassen.

Das heißt nicht, dass Sie Förderungen ignorieren sollen — nehmen Sie mit, was verfügbar ist. Aber lassen Sie Förderungen kein Entscheidungskriterium sein, das über den Zeitpunkt der Investition entscheidet.

So gehen Sie pragmatisch vor

  1. Förderdatenbank checken: foerderdatenbank.de → Digitalisierung + Ihr Bundesland → 15 Minuten Recherche
  2. Steuerberater fragen: Setup-Kosten sofort absetzen oder aktivieren? → 1 Gespräch, konkretes Ergebnis
  3. KfW-Kredit prüfen: Nur wenn das Projekt €25.000+ kostet und Sie sowieso fremdfinanzieren wollen
  4. ROI berechnen: Wie viele Stunden spart die Automatisierung? Welcher Stundensatz gilt? Break-even wann? → unser kostenloser ROI-Rechner hilft
  5. Entscheidung treffen: Nicht auf die perfekte Fördersituation warten — die Opportunitätskosten sind höher

Wenn Sie unsicher sind, bietet AutomateHaus im kostenlosen Erstgespräch auch eine Einschätzung, welche Fördermöglichkeiten für Ihr Projekt und Ihr Bundesland realistisch wären. Kein Verkaufsgespräch — eine ehrliche Situationsanalyse.